Jobporträt: Immobilienmakler sind Profis in Sachen Verkauf und Vermietung

Der Kauf eines Hauses, einer Eigentumswohnung oder eines Grundstücks ist für viele Menschen eine der größten, wenn nicht die größte Investition, die sie in ihrem Leben tätigen. Bei dieser Entscheidung sollten sie auf Nummer sicher gehen.

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  • Immobilienmakler ist kein geschütztes Berufsbild. Foto: Diagentur/dpa

  • Ein Blick in die Zeitung lohnt sich: Hier findet man erste Hinweise auf die mögliche Traum-Immobilie. Foto: dpa

  • Die Wohnung liegt perfekt, ist gut geschnitten und auch noch bezahlbar - aber wie überzeugt man den Makler oder Vermieter? Auch das Auftreten bei der Besichtigung ist entscheidend. Foto: dpa

  • Schlüssel gegen Geld. Makler bekommen für ihre Dienste eine Provision. Foto: dpa

Dafür wenden sich viele an einen Immobilienmakler. Auch Hausverkäufer und Vermieter, die auf der Suche nach einem passenden Bewohner für ihr Objekt sind, ziehen gern einen Fachmann zu Rate. Doch wie sieht dessen Aufgabengebiet eigentlich genau aus, und wie finde ich einen guten Makler?

Wie sehen die Aufgaben eines Maklers aus?
„Ein guter Makler ist Dienstleister rund um das Thema Immobilie“, fasst Kay Mengelbier vom IVD West (Immobilienverband Deutschland) zusammen. Das heißt: Er berät seine Kunden nicht nur bei Verkauf bzw. Kauf oder Vermietung im Hinblick auf Bewertung, Vermarktung und Vertragsabwicklung. Er tritt auch als Mittler zu anderen Akteuren, die in diesem Zusammenhang wichtig sind, auf den Plan – Anwalt bzw. Notar, Handweker, Sachverständige und Bank.

Viele Immobilienmakler stellen außerdem neben professionellen Bild- auch Filmaufnahmen und „360°-Rundgänge“ durch die Immobilie bereit und/oder fertigen Luftaufnahmen mit Hilfe von Drohnen an. Häufig gehört auch Home Staging zum Angebot, wobei die Immobilie sozusagen „verkaufsfein“ hergerichtet wird. Die wichtigsten Vorteile, die ein Vermieter bzw. Verkäufer durch die Beauftragung eines professionellen Maklers hat, sind laut Mengelbier folgende:
  • sichere Ermittlung der Marktmiete bzw. des Marktpreises
  • optimale Präsentation der eigenen Immobilie
  •  professionelle Bewerbung der Immobilie in Online-Portalen wie www.vestimmo.de, der Tageszeitung, der eigenen Homepage etc.
  • Beschaffung eines Energieausweises
  • Planung und Durchführung von Besichtigungen
  •  ggf. Veranlassung einer Bonitätsprüfung eines potenziellen Mieters/Käufers
  • „Vorfühlen“ beim Kontakt mit dem Interessenten, ob dieser in die Nachbarschaft passt
  • Vorbereitung des Miet- oder Kaufvertrages
  • Erhaltung der Privatsphäre des Vermieters/Verkäufers
  • Übergabe der Immobilie nach erfolgreichem Verkauf
Die Zeit- und Aufwandsersparnis für den Kunden sei bei alledem natürlich ebenfalls ein entscheidender Faktor, so Kay Mengelbier. Und nicht zuletzt könne die Maklergebühr steuerlich abgesetzt werden.

Wie wird man Immobilienmakler?
„Immobilienmakler“ ist keine  geschützte Berufsbezeichnung. Doch haben gute Makler immer eine fundierte Ausbildung genossen, etwa zum Immobilienkaufmann, betont Kay Mengelbier. Oder aber sie haben ein entsprechendes Studium absolviert. Eine Gewerbeanmeldung ist die notwendige  ormale Erlaubnis zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit. Und: „Eine ständige Fort- und  Weiterbildung sollte eine Selbstverständlichkeit für jeden Makler sein“, so Mengelbier.

Ursprünglich hatte die Politik eine Berufszugangsregelung mittels Sachkundeprüfung in Aussicht gestellt. Dazu ist es in der letzten  Legislaturperiode nicht gekommen. „Dafür wird ab dem  1. August eine sogenannte Fortbildungsverpflichtung eingeführt. Danach müssen Makler lediglich alle drei Jahre eine 20-stündige Weiterbildung absolvieren“, merkt der IVD West an.

Bekommt ein Makler immer eine Provision?
Bei einem Verkauf gilt: Nur wenn es zu einem Vertragsabschluss zwischen Käufer und Verkäufer kommt, erhält der Makler ein Erfolgshonorar – egal, wie viel er dafür tun musste. Das Landgericht Hamburg entschied außerdem, dass eine Provision auch fällig werde, wenn ein Kaufinteressent vom Makler ein Exposé erhält, später aber direkt mit dem Verkäufer verhandelt und sich beide ohne Makler einigen (Az.: 322 O 341/09).

Laut Bundesgerichtshof (BGH) darf zwischen der Besichtigung und dem Kauf jedoch maximal ein Jahr liegen, damit noch ein Provisionsanspruch besteht (Az.: III ZR 379/04). Auch bei Mietverträgen hat der Makler nur nach erfolgreichem Abschluss einen Anspruch auf Provision – nicht aber, wenn durch den Mietvertrag, den er vermittelt hat, das Mietverhältnis über dieselbe Wohnung lediglich fortgesetzt, verlängert oder erneuert wird.

Was hat es mit dem Bestellerprinzip auf sich?
Das sogenannte Bestellerprinzip gilt seit dem 1. Juni 2015 und das ausschließlich für die Vermietung von Wohnraum, nicht für den Verkauf. Es besagt, dass derjenige, der einen Makler bestellt, dessen Dienste auch bezahlen muss – sei es nun der Mieter oder der Vermieter. Vor Inkrafttreten des Bestellerprinzips musste in der Regel der neue  Mieter die gesamte Maklerprovision zahlen.



Die Auswirkungen seien deutlich spürbar, sagt Heiko Senebald, Pressesprecher des Immobilienverbandes Deutschland (IVD): „Das Angebot an Mietwohnungen ist durch das Gesetz zur Neuregelung von Maklerprovisionen stark zurück-gegangen – sowohl bei Maklern als auch auf den Immobilien-Online-Portalen.“ Vor Inkrafttreten der Regelung seien in etwa gleichviele Miet- wie Kaufobjekte durch die Unternehmen vermittelt worden. Mittlerweile seien es jedoch mehr Kauf- als Mietobjekte.

Kann ich den Makler einfach wechseln?
Ist ein Auftraggeber mit dem Makler unzufrieden, kann er ihn nur dann ohne weiteres und jederzeit wechseln, wenn er mit ihm einen unbefristeten Maklervertrag abgeschlossen hat.

Handelt es sich dagegen um einen befristeten Maklervertrag, so endet dieser erst mit Ablauf der vereinbarten Frist bzw. durch die Kündigung des Auftraggebers, wenn für den Fall des Fristablaufs eine automatische Verlängerung des Maklervertrages vereinbart wurde. Ein ordentliches Kündigungsrecht steht dem Auftraggeber innerhalb der vereinbarten Frist nicht zu. (sb)
 
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