Garten: Rollrasen richtig verlegen

VEST. Wer keine Lust hat, den Rasen in seinem Garten selbst zu säen, kauft fertigen Rollrasen – in Waltrop etwa. 50 Hektar Fläche bewirtschaftet dort das Unternehmen Stimberg Fertigrasen an der Borker Straße. Mehrere Faktoren sprechen für die komfortable Grün-Variante.

  • Foto: ANDREAS KALTHOFF

Fertigrasen ist leicht zu verlegen, sofort begehbar und nach etwa vier Wochen schon voll belastbar“, sagt Clemens Stimberg (64), der noch bis zum Ende des Jahres Geschäftsführer des 1992 gegründeten Familienbetriebs sein möchte. Darüber hinaus könne Fertigrasen das ganze Jahr über verlegt werden, nur bei Frost spiele die Natur nicht mit.

Sohn und Nachfolger Matthias Stimberg (41) ist ein Gras-Spezialist. Der gelernte Gärtner, Fachbereich Baumschule, ist heute „Greenkeeper“: Zwei Jahre lang ließ er sich auf Golfplätzen in Ratingen und Gelsenkirchen-Resse zum Fachagrarwirt Golfplatzpflege ausbilden, bevor er in den Betrieb seines Vaters zurückkehrte.

30 000 Euro geben Clemens und Matthias Stimberg pro Jahr alleine für Saatgut aus. „Wir bekommen die besten Sorten, Privatleute können die gar nicht kaufen“, sagt der Geschäftsführer. In der Folge habe der Rasen eine starke Wurzelbildung und Wurzelfestigkeit. Von der Aussaat bis zur Ernte vergingen anderthalb Jahre. Geerntet werde erst bei Bestellung. 80 Prozent der Kunden seien Landschaftsgartenbetriebe, 20 Prozent machten direkte Privatverkäufe aus.

Im Angebot sind Spiel- und Sportrasen und das Produkt „Supra-Rasen“, das besonders sonnen- und schattenverträglich ist. Mindestverkaufsmenge ist ein Quadratmeter Rasen. Das entspricht einer Rolle Gras, die etwa 20 Kilogramm wiegt und 0,4 mal 2,5 Meter misst. Geerntet wird mit einer speziellen Schälmaschine, die die Soden mit einer Stärke von 2,5 bis drei Zentimetern vom Boden trennt.

„Die Rasensoden sollten möglichst schnell nach der Abholung oder Lieferung verlegt werden“, sagt Matthias Stimberg. Dazu wird die erste Rolle ausgerollt, die zweite dicht angelegt und ebenfalls ausgerollt, und so weiter. „Wichtig ist, dass die Rollen nicht übereinander liegen“, so der Greenkeeper weiter. Die Rasensoden können beliebig mit einem Messer zurechtgeschnitten werden, um Rundungen und Kanten auf dem Grundstück auszugleichen.

Sind alle Soden verlegt, sollte die fertige Fläche mit einer Handwalze abgewalzt werden, um den optimalen Kontakt mit dem entsprechend vorbereiteten Unterboden herzustellen. „Bei kleineren Flächen reicht es aus, wenn man den verlegten Rasen mit einem Brett andrückt“, so Matthias Stimberg. Unmittelbar nach dem Anwalzen müsse der Rasen sehr stark gewässert werden. Mit einem Rasensprenger sollte über mehrere Stunden Wasser aufgebracht werden.

Nach der Erstbewässerung darf die Fläche zwei Tage lang nicht betreten werden. Die weitere Bewässerung hängt von der Witterung und der Bodenbeschaffenheit ab; hier ist Fingerspitzengefühlt gefragt. „Der erste Rasenschnitt sollte nach acht bis zehn Tagen erfolgen“, rät Stimberg, die Schnitthöhe sollte dabei nicht kürzer als fünf Zentimeter sein. Danach sollte die Fläche mindestens einmal pro Woche gemäht werden. In der Wachstumsphase sollte der Rasen viermal gedüngt werden: während der Wachstumsperiode von Februar/März bis Oktober dreimal mit Rasenlangzeitdünger, im November dann einmal mit Herbstdünger.