Experten-Kolumne von Jarka Dominik-Menzyk: Textile Trends: Cord und Velours sind die Möbelstoffe für 2018

RECKLINGHAUSEN. Am 21. Januar endete in Köln die erste Interieur-Design-Messe dieses Jahres, die internationale Möbelmesse „imm cologne“. In elf Hallen und auf 141 000 Quadratmetern gab es alles, was auf dem Markt tonangebend ist bzw. sein wird: Neuheiten, Möbel, die schon ein paar Jahre im Trend liegen, sowie Altbewährtes.

« »
1 von 2
  • Cord- und Velours-Stoffe sind auch wieder bei den Möbeln angesagt. Foto: dpa

  • Jarka Dominik-Menzyk aus Recklinghausen berät in allen Bereichen der Inneneinrichtung. Die Raumausstatterin und Betriebswirtin im Handwerk ist in der Firma ihres Vaters Bodo Dominik tätig. Foto: privat

Die zentralen Schlagwörter in diesem Jahr lauten Individualismus, Urbanisierung, Digitalisierung und Gemütlichkeit. Und diese stehen nicht im Kontrast zueinander, sondern ergänzen sich und verschmelzen teilweise sogar miteinander.

Aus Sicht des Raumausstatters und Wohnberaters stehen insbesondere der Individualismus und die Gemütlichkeit im Fokus. Aufgrund des Individualismus gibt es eine enorme Angebotsvielfalt, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war. Wer heute neue Möbel kaufen will, denkt schnell an das alte Sprichwort „Wer die Wahl hat, hat die Qual“. Allein bei den Sitzmöbeln, also bei Stühlen, Sesseln oder Sofas, gibt es nicht nur unterschiedlichste Größen, Formen und Bezüge, selbst die Füße dieser Möbel gibt es in diversen Materialien bzw. Farben, von Stahl bzw. Alu über verschiedene Holzarten und -farben bis hin zu Ausführungen mit Lederbezug.

Organische Formen statt sachlicher Zurückhaltung
Auffallend stark sind im Bereich der Sitzmöbel neuerdings „orga-nische“ Formen. Dynamische Rundungen und kraftvolle Wölbungen sind immer häufiger anzutreffen und verdrängen die bisher vorherrschenden geometrischen und sachlichen Formen, was wiederum als Zeichen für mehr Gemütlichkeit verstanden wird. Soll sich ein Polstermöbel auch haptisch weich anfühlen, so ist vor allem der Bezugsstoff entscheidend. In diesem Zusammenhang entwickeln sich Cord und Velours zu einem Langzeittrend.


 
Der Velours (aus dem Französischen für Samt) ist die Bezeichnung für ein dreidimensionales, textiles Gewebe mit weicher, dicht gewebter, flauschiger Oberfläche, dem Flor. Je nach Florlänge unterscheidet man den Samt (bis 2 mm), den Velours (2-3 mm) und den Plüsch (ab 3 mm). Charakteristisch für jeden Velours ist neben seiner weichen Oberfläche die sehr hohe Strapazierfähigkeit. Warentypisch für den Velours, vor allem für besonders weichen aus Viskose oder Baumwolle, ist aber auch die Neigung, einen Sitzspiegel zu entwickeln. Als Sitzspiegel bezeichnet man die Flächen, bei denen der Flor „umgekippt“ ist.

Diese Produkteigenschaft hängt damit zusammen, dass jeder     Velours eine Strichrichtung hat, ähnlich wie das Fell eines Tieres. In eine Richtung gestrichen, fühlt sich das Fell bzw. der Stoff weich an; entgegengesetzt gestrichen ist das Gefühl deutlich fester. Durch den konstanten Druck des Körpergewichtes in Verbindung mit der Körperwärme und den Bewegungen beim Sitzen kann es passieren, dass der Flor in unterschiedliche Richtungen geschoben wird und an der „besessenen“ Fläche eine Druckstelle entsteht – der sogenannte Sitzspiegel.

Die Alternative zum klassischen Velours ist die Chenille. Ihre ebenfalls weiche und flauschige Oberfläche erhält die Chenille durch ihr spezielles Garn, den Chenillefaden, der über viele seitlich abstehende Haare verfügt und daher an eine behaarte Raupe (frz. Chenille) erinnert. Chenille wird überwiegend aus Kunstfasern hergestellt, ihre Oberfläche ist nicht so dicht und fein wie beim Velours. Jedoch bilden ihre feinen Härchen dämmende Luftpolster, sodass die Chenille neben ihrem Einsatz als strapazierfähiger Bezugsstoff auch zur Herstellung einer isolierenden Portiäre und Vorhängen verwendet wird.

Von fein bis breit: Beim Cord zählen die Rippen
Der Cord ist ein samtartiges, aufwendig herzustellendes textiles Gewebe mit Längsrippen. Beim Cord wird zwischen dem Breitcord und dem Feincord differenziert. Entscheidend für die Eingruppierung ist die Anzahl der Längsrippen auf einer Stoffbreite von 10 cm. Der Feincord, auch Babycord genannt, hat auf 10 cm 25 bis 40 Rippen, der Breitcord hingegen weniger als 10 Rippen.

Sollten Sie nun auf den Geschmack gekommen sein und dem Trend zu mehr Individualismus und Gemütlichkeit folgen wollen, gibt es im Bereich der Sitzmöbel neben einem Neuerwerb die  Möglichkeit, eine vorhandene Garnitur mit Cord, Velours oder Chenille zu beziehen. Dass dabei auch die Polsterung überarbeitet wird, versteht sich von selbst. Ihr moderner Raumausstatterbetrieb berät Sie gern umfassend und übernimmt die fachgerechte Erneuerung Ihrer Polstermöbel.

Die nächste Kolumne von Jarka Dominik-Menzyk lesen Sie am 25. März.



 
Jarka Dominik-Menzyk aus Recklinghausen berät in allen Bereichen der Inneneinrichtung. Die Raumausstatterin und Betriebswirtin im Handwerk ist im Unternehmen ihres Vaters Bodo Dominik tätig.


 



ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    18. Februar 2018, 06:00 Uhr
    Aktualisiert:
    18. Februar 2018, 06:00 Uhr
THEMEN