Einrichtung: Gemütlichkeit bleibt Wohntrend: Ausblick auf die Messe „Ambiente“

Auf der Messe Ambiente in Frankfurt zeigen sich die Trends bei den Dekorationen und kleinen Gegenständen in der Wohnung. Was auf den ersten Blick wirkt wie Ware aus der Vorsaison, ist keine: Der Megatrend Gemütlichkeit verändert wieder einmal sein Gesicht.

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  • HANDOUT - Zum Themendienst-Bericht vom 1. Februar 2019: Gemütliche Kissen, flauschige Stoffe und eine Farbwelt, die eine Wohnung in eine gemütliche Höhle verwandelt - das Zuhause gestalten viele Menschen derzeit gerne als Rückzugsort. Foto: Jean-Luc Valentin/Messe Frankfurt Exhibition GmbH/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des vorstehenden Credits - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++ Foto: dpa

  • Nicolette Naumann

    Nicolette Naumann ist Bereichsleiterin der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt am Main. Foto: Pietro Sutera/Messe Frankfurt Exhibition GmbH/dpa-tmn

Stress, Eile und Hektik – wer will das schon im privaten Umfeld? Da wundert es nicht, dass alles im Trend liegt, was im Haus und in der Wohnung gemütlich wirkt und Ruhe und Erholung verspricht. „Die Einrichtung ist inzwischen völlig weggerückt vom Repräsentieren. Das Zuhause ist ein Rückzugsort“, sagt Nicolette Naumann, Trendexpertin und Bereichsleiterin der internationalen Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt am Main. Auf der Messe sind vom 8. bis 12. Februar die Trends im Bereich Wohndekorationen zu sehen. Ihre Prognose: Gefragt ist aktuell, was Entspannung vermittelt.

„Die Trends sind viel langlebiger als früher“
Gemütlichkeit und Entschleunigung im Trend? Da war doch was – genau, neu ist das nicht. Die Einrichtungsbranche setzt schon seit einigen Jahren darauf. Aber auch das passe zum Zeitgeist, erläutert Naumann: „Die Trends sind viel langlebiger als früher. Es ist zunehmend eine Verschiebung des Themas und nicht ein völlig neues Thema.“

Nicolette Naumann

Aktuell heißt das zum Beispiel, dass die bevorzugte Farbpalette der Wohndesigner sich von dunklen Rosatönen in Richtung Koralle verschiebt – einem strahlenden Rosaton. Ein anderes Beispiel: Seit einiger Zeit setzt die Branche wieder mehr auf die handwerkliche Qualität der Produkte – und teils auf deutlich sichtbare Zeichen der Bearbeitung. Auch das bleibt weiterhin gefragt, aber es gibt eine Verschiebung hin zu anderen Handwerkstechniken. Neu in dieser Saison sind viele gewebte Produkte und „alles, was wie gewebt aussieht“, berichtet Neumann.

Skandinavisches Hygge hält sich
Die großen Wohntrends bleiben tendenziell nun eher Jahre statt nur Saisons erhalten – gerade, wenn sie sich gut umsetzen lassen. Ein Beispiel ist „Hygge“, das Schlagwort der vergangenen Jahre für ein gemütliches Wohnen im hellen, freundlichem Umfeld mit Ursprung in Skandinavien. Zusätzlich findet sich nun der japanische Purismus namens Wabi-Sabi vermehrt in der Einrichtung – und das ist kein Widerspruch.

„Hygge und Wabi-Sabi sind wie Yin und Yang. Es ist im Grunde der gleiche Trend“, erläutert Naumann. Oder anders gesagt: „Wabi-Sabi ist Hygge auf Dunkel“ und damit die „avantgardistische Variante“. Mit schwarzem Geschirr und dunklen Dekorationen tun sich Europäer traditionell schwerer als mit den helleren Produkten des skandinavischen Stils. Allerdings hat die Trendexpertin Nicolette Naumann festgestellt, dass die dunklen
Dekore in der Gastronomie sich durchaus schon großer Beliebtheit erfreuen. Und was in Restaurants, Bars und Hotels ankommt, schauen sich die Menschen nach und nach gerne ab – und holen es zu sich dann zum Nachmachen nach Hause. (dpa)